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Leder-Lexikon
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Sohlleder

Sohlleder - Besonderheiten des Materials

Sohlleder ist ein sehr hartes und unbiegsames Leder, welches auch an seinem säuerlichen Geruch und einem sonderbaren grauen Belag zu erkennen ist. Dieser charakteristische graue Belag wird „Mud“ genannt. Er entsteht durch austretende Ellagsäure auf der Oberfläche des Leders. Sohlleder findet bei schweren und hochwertigen Schuhen Anwendung, die sehr strapazierfähig sein müssen. Dazu zählt auch Militärschuhwerk. Auch für Reparaturarbeiten von diesen speziellen Schuhen wird Sohlleder genutzt. Schwere Rindshäute dienen dem Sohlleder als Rohmaterial. Dabei ist es wichtig, dass die Häute gut gestellt sind, also über die gesamte Fläche hinweg gleich stark sind. Dazu werden über die ganze Fläche gleichmäßige Kuh und Ochsenhäute eingearbeitet. Die besondere Härte des Leders entsteht durch die Art und Weise der Gerbvorbereitung. Diese findet durch einen Äscher statt, der nur sehr kurz und besonders schonend ist. Manchmal kommt noch Haarlockerung durch Schwitzen und oberflächliche Entkalkung zum Einsatz. Es folgt ein 6-stufiger Farbengang der Blößen, sowie eine weitere Vorgerbung, bei welcher sie ein bis zwei Gruben durchlaufen. Die Ausgerbung ist erreicht wenn die Leder in mindestens drei Versätzen nach 3-4 Monaten aus der Grube genommen werden. Letztendlich findet eine sehr einfache Zurichtung der Leder statt. Sie werden aufgetrocknet, gebürstet und gewalzt. Zwischensohlleder ist ein Unterleder aus Croupons, Hälsen oder Flanken vom Rind. Das Unterleder kommt bei schwerem Schuhwerk zum Einsatz und befindet sich zwischen Brand- und Laufsohle.