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Leder-Lexikon
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Pergament

Pergament – Papier aus dem antiken Pergamon

Bei Pergament handelt es sich um leicht bearbeitete, durchscheinende und getrocknete Tierhaut, die in der Vergangenheit als Beschreibstoff verwendet wurde. Pergament ist sozusagen der Vorläufer des heutigen Papiers. Das Pergament ist ungegerbt, geölt und wird ausschließlich aus Schaf-, Ziegen- oder Kalbfellen sowie aus Schweins-, Büffel- oder Eselshäuten hergestellt. Daraus entstehen Bucheinbände, Lampenschirme und Trommelfelle. Bei der Produktion wird ohne jegliche Gerbung die Blöße aufgetrocknet. Anschließend wird im Fertigungsprozess das Material geölt, gefettet und geglättet. Die Konservierung erfolgt dann über einen Kalkäschervorgang. Danach erfolgt die Entkalkung und das Pergament wird im Spannrahmen getrocknet. Am Ende wird nach dem Trocknen das Schleifen mit dem Bimsstein durchgeführt. Pergament wird oftmals auch als Pergamentleder benannt. Jedoch ist die Korrektheit des Terminus strittig und hängt von der Definition ab, ab wann die Haut eines Tieres als Leder bezeichnet wird. Pergament fällt unter den Lederbegriff, wenn die Tierhaut konserviert wurde, jedoch nicht, wenn die Tierhaut als gegerbte Haut definiert wird. In der Antike wurde Pergament schon lange als Schreibutensil verwendet. Als Reminiszenz weist die Bezeichnung "Pergament“ an die ehemalige griechische und heutige türkische Stadt Pergamon hin. Die blühende Stadt Pergamon war in der Antike die Stadt der Wissenschaft und verfügte über die zweitgrößte bekannte Bibliothek nach der ägyptischen Bibliothek in Alexandria. Um die Machtposition gegenüber König Eumenes II. von Pergamon zu festigen, veranlasste diese Rivalität, den in Alexandria herrschenden König Ptolemäus VI. jeglichen Export des pflanzlichen Papyrus nach Kleinasien einzustellen. Um die Abhängigkeit von importierter Ware zu verlieren, bevorzugte man in Pergamon die Alternative auf dünnen beschreibbaren Tierhäuten auszuweichen. Aufgrund dessen wurde die Technik der Pergamentherstellung dabei immer weiter kontinuierlich verbessert und perfektioniert. Das Pergamentpapier löste über hunderte Jahre die Verwendung von Papyrus ab und die Inhalte wurden von gering haltbaren Papyrusrollen auf Pergament übertragen. Pergament besitzt daher auch einige Vorteile. So kann zum Beispiel das beschriebene Pergament durch Abschleifen mit einem rauen Stein wieder gelöscht und neu verwendet werden. Die Art von Schriftstück wird auch als Palimpsest bezeichnet. Die Bezeichnung kommt aus dem griechischen „Palimpsestos“ und bedeutet so viel wie „wieder abgekratzt". Des Weiteren besitzt Pergament eine glattere Oberfläche, bessere Dauerhaftigkeit und Festigkeit sowie auch eine hellere Papierfärbung. Die Aufbewahrung von Pergament erfolgt unter einem Richtwert, der eine konstante Luftfeuchtigkeit von nicht unter 40 % bei Temperaturen um 20° C vorschreibt. Gegen Ende des Mittelalters vergünstigte sich die Papierherstellung und die Verwendung von Pergament trat in den Hintergrund. In dieser Zeit wurde ein günstiger Markt durch die verbesserte Buchdrucktechnik geschaffen, da Pergament sich aufgrund der geringeren Saugfähigkeit gegenüber der Tinte nicht besonders gut für vergleichbare Druckzwecke eignet.