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Leder-Lexikon
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Gerben

Gerben- der bedeutendste Schritt in der Lederverarbeitung

Bei der Lederherstellung ist die Gerbung der wichtigste Schritt. Die Gerbung konserviert die Tierhaut und macht sie so stabil, widerstandsfähig und verhindert die Zersetzung. Der Gerbprozess verhindert außerdem das Verkleben und Verhärten der Eiweißfäden beim Trocknen der Tierhaut. Die Fäden der Tierhaut, die zu einem Drittel aus Eiweiß besteht, werden durch das Gerben flexibel vernetzt. Die Gerbung, bei der die Tierhäute in hochwertiges Leder verarbeitet werden, findet üblicherweise in Gerbereien statt. Die Rohhaut der Tiere wird dort in mehreren Gerbschritten zu hochwertigen Leder, Pelzen oder Fellen weiterverarbeitet. Die erzeugten Lederprodukte werden dann in den speziellen Industrien, wie zum Beispiel der Schuh-, Bekleidungs- oder Autoindustrie, weiterverarbeitet. Der größte Lederhersteller ist mittlerweile China, unter anderem auch, weil die Lederproduktion in Europa, aufgrund von strengeren Umweltrichtlinien, abgenommen hat. Die teure Weiterverarbeitung und die hohen Löhne machen die Lederherstellung in Europa zudem schwieriger. In Europa werden lediglich noch spezielle oder äußerst hochwertige Leder gefertigt. Es gibt verschiedene Gerbverfahren, wie beispielsweise die Chromgerbung, die Trangerbung sowie die pflanzliche oder Synthetische Gerbung. Für Bekleidung und Accessoires sowie für Schuhleder wird überwiegend die Chromgerbung eingesetzt. Bei Gürteln, Sohlen und Reitleder verwendet man häufig die Pflanzengerbung. Die Synthetische Gerbung sowie die Trangerbung kommen überwiegend bei Fensterleder oder Trachtenleder zum Einsatz. Allerdings können die Gerbverfahren auch gemischt bzw. variiert werden, um dem Leder spezielle Eigenschaften zu verleihen. Die Trangerbung ist das älteste und mittlerweile auch seltenste Gerbverfahren. Die Chromgerbung gehört heute zu den häufigsten und renommiertesten Gerbmethoden. Die sogenannte Weiß- oder Alaungerbung ist ebenfalls ein sehr altes Gerbverfahren, das nur noch selten angewendet wird. Dabei werden Alaun und Kochsalz als Gerbstoff, zusätzlich beispielsweise Eidotter und Mehl, verwendet. Die Alaungerbung oder die Weißgerbung wird häufig zur Herstellung von Dekorationsfellen verwendet. Die Lederseite ist weiß und die Gerbung nicht dauerhaft, da die Stoffe, die zur Gerbung verwendet werden, mit Hilfe von Wasser aus dem Fell wieder ausgespült werden können. Die Farbe des Leders sagt viel über das Gerbverfahren aus. So sind pflanzlich gegerbte Leder braun, trangegerbte Leder gelb, alaungegerbte Leder weiß und chromgegerbte Leder traditionell silbergrau. Der Gerbprozess umfasst viele kleine Arbeitsschritte. Der erste Arbeitsschritt ist die Weiche, bei der die Tierhaut gesäubert wird. Das Enthaaren und Entfleischen dient dazu überflüssige Haare und Haut zu entfernen. Bei dickeren Häuten wird die Haut zusätzlich gespalten. Im nächsten Schritt wird die Haut entkalkt, enzymatisch gebeizt und entfettet. Nach der Vorbereitung auf die Gerbung vollzieht sich die Gerbung an sich. Nach der Gerbung wird das Leder entwässert und dickenreguliert. Danach erhält das Leder die Nasszurichtung und wird nochmals entwässert und gestreckt. Nach dem Trocknen wird das Leder angefeuchtet und weichgemacht. Der darauffolgende Trocknungsprozess und die Oberflächenbehandlung runden den Gerbprozess ab.