• Wir beraten Sie kostenlos
    0 75 74 / 93 28 20*
  • Versandkostenfrei
    innerhalb Deutschlands
  • 14 Tage Widerrufsrecht
    für alle Produkte
  • Sichere Zahlung
    mit PayPal & CrefoPay
  • Sicher Shoppen
    Trusted Shops zertifiziert
Deutsch
0

Sie haben keine Artikel in Ihrem Einkaufswagen.

Sie haben keine Produkte zum Vergleich.

Suche
Leder-Lexikon
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Trocknen

Trocknen - Die verschiedenen Methoden der Trocknung

Ein Leder wird zwischen den zahlreichen Stationen in der Gerberei höchstens zwei Mal getrocknet. Die Trocknung erfolgt dabei durch verschiedene Methoden. Es gibt die Hängetrocknung, die Vakuumtrocknung, die Pastingtrocknung, die Hochfrequenztrocknung und das Nageln oder Spannen. Es gilt einige Parameter zu beachten bei der Auswahl des Trocknungsprozesses. Zum Beispiel spielt der Faktor Zeit eine große Rolle, aber auch die Fläche des zu trocknenden Leders. Werden Leder glatt und frei hängend an Haken oder Stangen getrocknet, handelt es sich um Hängetrocknung. Dabei herrscht normale Raumtemperatur und manchmal ein stärkerer Luftzug. Hängetrocknung kann einige Wochen in Anspruch nehmen. Wenn Leder dünn und weich sind eignet, sich das Verfahren der Hängetrocknung besonders. Allerdings ist die Verformung der Leder bei dieser Methode am größten, da die frei hängenden Leder sich ungehindert verformen können. Bei dem Verfahren des Nagelns oder Spannens wird das Leder auf einen Holzrost oder auch auf eine Metall-Lochplatte gespannt. Das Leder wird mit Nägeln oder Klammern befestigt, wodurch ein glattes Leder entsteht. Dabei wird gewährleistet, dass das Wasser von der Fleischseite verdunsten kann. Dies wird zusätzlich durch Warmluft-Zirkulation in Trockenkanälen begünstigt. Bei der Spannrahmentrocknung von Möbelledern gibt es eine neue Entwicklung, welche die Glätte und Flächenausbeute durch hydraulisches Nachspannen der Lochrahmen erhöht. Vakuumtrocknung beruht auf einem physikalischen Prinzip. Dies beruht darauf, das Wasser bei niedrigem Druck und niedriger Temperatur verdampft. Es ist also weniger Wärme nötig, sobald man Unterdruck erzeugen kann. Bei dem Verfahren der Vakuumtrocknung werden die Leder in den verschiedenen Vakuumtrocknern einzeln mit den Narben auf Metallflächen positioniert, welche beheizt und poliert sind. Dann wird der Wasserdampf aus einer Unterdruckkammer abgesaugt. Diese Art der Trocknung hat den Vorteil, dass der Flüssigkeitsstrom zur Fleischseite hin fließt und Fett vom Narben in die Innenseite zieht. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Faserstruktur nicht gedehnt wird und das so getrocknete Leder einen Flachen Narben aufweist. Das Trocknen verläuft sehr schnell. Durch diese Art der Trocknung werden die Leder auf der Narbenseite glatt. Das lässt sie auch edler wirken. Ein Nachteil der Vakuumtrocknung ist, dass die Leder ca. 8-10% der Fläche verlieren. Pastingtrocknung wird auch Klebetrocknung genannt. Ebenso wie bei der Vakuumtrocknung ist hier die glatte Fläche ein Vorteil. Beim Pastingtrocknen handelt sich um ein Klebe- Trocknungsverfahren. Dabei werden die Leder mit der Narbenseite auf Glasplatten geklebt. Dies wird gemacht, um zu erzielen, dass sich die Leder noch weniger zusammenziehen, verziehen oder schrumpfen. Wenn man das Leder beim Aufkleben auf das Glas ein wenig streckt, kann man sogar einen Mehrgewinn an Fläche erzielen. Als Klebemittel verwendet man im Allgemeinen Stärke oder ein Zelluloseprodukt. Dies lässt sich gut in Wasser lösen und anrühren. Außerdem haftet es gut, dringt aber nicht tief in das Leder ein. Ein Rest des Klebemittels bleibt auf der Lederoberfläche und muss bei der weiteren Zurichtung beachtet werden. Bei der Trocknung werden die beklebten Glastafeln durch einen Trockentunnel gebracht, welcher eine gleichmäßige Temperatur, eine Luftumwälzung, sowie eine relativ niedrige Luftfeuchtigkeit aufweist. Die Trocknung verläuft dadurch innerhalb weniger Stunden. Die Pastingtrocknung findet nur bei bestimmten Lederarten Verwendung. Bei der Hochfrequenztrocknung werden die mechanisch vorentwässerte (abgewelkte) Leder durch ein Bandfördersystem in ein elektrisches Feld gebracht. In diesem Feld herrscht eine sehr hohe Frequenz. Durch die Energiedichte kommt es zu einer inneren Erwärmung und somit zur Verdampfung des im Leder enthaltenen Wassers. Diese Art der Trocknung erfreut sich noch keiner großen Beliebtheit. Dies liegt daran, dass die benötigte Energie hoch ist und es zu Störungen durch andere elektromagnetische Systeme kommt.